Zum Thema der Garchinger Energiewende

Verbrauch

Garching inklusive Universität hatte 2018 einen Stromverbrauch von etwa 290GWh (GigaWattStunden). Davon entfallen aber ungefähr 160GWh auf den TUM Campus. Garching selbst hatte damit einen Verbrauch von etwa 130GWh.

Es ist zu erwarten, dass der Verbrauch in den nächsten Jahren stark steigt durch:

  • Elektromobilität, Elektroautos brauchen Strom zum laden.
  • Wärmewende wird den Strombedarf zum Heizen erhöhen
  • Bis zu 3000 neue Mitbürger*innen durch die zwei Neubaugebiete (Momentan ca. 18.000)

Photovoltaik/Solarenergie

Die installierte Leistung wird bei Photovoltaik in kWp (Kilowatt Peak) gemessen. Ein kWp produziert bei uns im Jahr ungefähr 1000kWh an Energie.

2018 wurden in Garching ca. 9.8GWh an Strom durch Photovoltaik erzeugt. Das sind 7% des Garchinger Bedarfs.

Der neu geplante Solarpark an der Autobahn wird grob 1000 kWp an Leistung haben. Das entspricht im Jahr einer Stromerzeugung von 1 000 000kWh oder 1GWh. Damit kann der neue Solarpark etwas unter 1% des Garchinger Strombedarfs decken.

Das Problem des Flächenbedarfs bei Photovoltaik kann durch neue Konzepte wie Agrophotovoltaik vermieden werden. Dabei wird unter den Photovoltaikanlagen nach wie vor Landwirtschaft betrieben wodurch die Pflanzen auch besser vor Hitzewellen geschützt sind.

Außerdem sollten bereits versiegelte Flächen genutzt werden. Das sind vor allem Hausdächer und Parkplätze. Allein wird diese Fläche allerdings nicht reichen um den Garchinger Strombedarf zu decken. Realistisch sind wahrscheinlich um die 10%. Dazu muss der Ausbau in den kommenden Jahren aber viel schneller voran kommen.

Windenergie

Im Garchinger Norden ist ein Windrad geplant. Dieses soll ungefähr 11.5GWh pro Jahr liefern. Das sind grob 9% des Bedarfs. Nach aktuellem Stand wären eventuell noch zwei weitere Windräder möglich, wenn die Grundstückseigentümer dies unterstützen würden.

Wie geht es weiter?

Um 80-90% des aktuellen Strombedarfs in Garching selbst abzudecken braucht es also zehn Windräder oder 100 Solaranlagen, wie sie an der Autobahn geplant sind. Realistischer ist natürlich eine Mischung aus Sonne und Wind.

Außerdem wird es Speichermöglichkeiten brauchen. Hier ist der Landkreis München bereits in der Erprobung von Wasserstofftechnologien involviert.

Das weltweite CO2 Budget reicht keine 10 Jahre mehr. Die 80-90% Selbstabdeckung sollten daher möglichst bis 2030 realisiert werden.

Neben der Stromwende braucht es auch eine Wärmewende. Hier leistet die Garchinger Geothermie bereits einen kleinen Beitrag (<10%). Für eine flächendeckende, regenerative Wärmeversorgung braucht es aber dringend eine durchdachte Planung.

Um die Energiewende in Garching erfolgreich organisieren zu können braucht es im Rathaus dringend personelle Verstärkung in Form eine*r Klimaschutzmanager*in. Dies haben wir bereits Anfang des Jahres beantragt. Unser Antrag wurde aber leider abgelehnt.

Weitere Informationen

Die Stadt Garching fördert Energieberatung, energetische Sanierungen und den Kauf von Solaranlagen über das Energiesparförderprogramm: https://www.garching.de/esfp.html.

Außerdem gibt es die landkreiseigene Energieagentur Ebersberg-München, bei der Sie sich fundiert und teils kostenlos beraten lassen können: https://www.energieagentur-ebe-m.de/

Es gibt ein Solarpotentialkataster für den Landkreis: https://www.solare-stadt.de/kreis-muenchen/.
Dort können Sie das Potential Ihres Daches für eine Solaranlagen nachschauen.

Die Grünen Planegg haben auf ihrer Seite ausführliche Beiträge für die verschiedenen Aspekte der kommunalen Energiewende. Besonders interessant auch der Beitrag zur Wärmewende, die hier noch nicht betrachtet ist:
Energiewende in der Gemeinde – 1/4 unser zukuenftiges Energiesystem
Energiewende in der Gemeinde – 2/4 Elektrizitaetswende
Energiewende in der Gemeinde – 3/4 Wärmewende
Energiewende in der Gemeinde – 4/4 Vision 2040

Weitere Informationen zur Energiewende im Landkries finden Sie unter anderem im Treibhausgasbericht des Landkreises München:
https://www.landkreis-muenchen.de/themen/energie-und-klimaschutz/29-klima-energie-initiative/entwicklung-der-co2-emissionen-im-landkreis/

Auf der Homepage von Scientists for Future finden Sie Informationen zum Klimawandel und der Energiewende: https://de.scientists4future.org/

Sehr zu empfehlen ist außerdem der Podcast der Quaschnings https://dasisteinegutefrage.de/

Anmerkungen, Anregungen und Korrekturen zu dieser Seite bitte an philipp.bauer@gruene-ml.de .